Wasserstandsanzeiger mit Glasrohr

Lokomotiven haben an der Rückwand des Stehkessels auf der Heizer- und Führerseite je ein Wasserstandsglas, das den sichtbaren Wasserstand dauernd erkennen lässt.

Das Glas wird zwischen zwei Kesselanschlußstutzen eingesetzt, von denen der obere mit dem Dampfraum, der untere stets mit dem Wasserraum verbunden ist.Nach dem Gesetz der kommunizierenden Röhren stellt sich daher stets der gleiche Wasserstand wie im Kessel ein. Das Glas ist in den Gehäuseköpfen durch Gummiringe abgedichtet. Die waagerechte Bohrung der Stutzen kann durch Absperrhähne verschlossen werden, die mit einem Kugelverschluß versehen sind.Der Kugelverschluß verhindert bei einem Platzen des Glases ein Entweichen von Wasser und Dampf und verhindert somit Verletzungen des Lokomotivpersonals.Die Kugeln liegen in einer Vertiefung der Hahnküken und werden sobald das Glas platzt, durch die hohe Geschwindigkeit des ausströmenden Dampfes oder Wasser mitgerissen und verschließen die Austrittsbohrungen der Hahnküken.Der Kugelverschluß kann nur dann in Tätigkeit treten, wenn die Griffe der Absperrhähne schräg nach unten zeigen.


(Betriebsstellung)

 

  

Der Kugelverschluß ist ausgeschaltet, wenn die Griffe schräg nach oben zeigen.Bei waagerechter Lage der Griffe sind die Hähne verschlossen.
(Abschlußstellung)

 

 

Unter dem Wasserstandsglas befindet sich ein Ablaßhahn, dessen angeschlossene Leitung durch den Fußboden führt. Seine waagerechte Stellung macht den Weg von Wasser und Dampf nach außen frei.

 

Prüfung des Wasserstandes


1. Den unteren Absperrhahn in die waagerechte Stellung bringen, jetzt müssen die Kugeln den Weg des Wassers und des Dampfes in ihren Hahnküken absperren.
2. Beide Wasserstandshähne in die waagerechte Stellung bringen, Wasser und Dampf sind von Kessel abgesperrt.
3.
Der untere Hahn wird in obere (45
Grad) Stellung nach oben gebracht, jetzt wird der Hahn vom Wasser ausgeblasen und damit der Durchgang gereinigt. Anschließend kommt er wieder in die waagerechte Stellung.
4.
Der obere Hahn wird ebenfalls in die obere (45 Grad) Stellung gebracht, der Hahn und sein Durchgang vom Kessel werden mittels des Dampfes ausgeblasen und damit gereinigt. Anschließend wird der Hahn in die waagerechte Stellung gebracht.
5.
Der untere Ablaßhahn wird in die untere Stellung gebracht und verschließt jetzt das Glas mit seinen Absperrhähnen.
6. Abschließend werden beide sich in waagerechter Stellung befindliche Absperrhähne gleichzeitig noch oben gestellt und der Wasserstand vom Kessel zeigt sich im Schauglas. Nach dem einpendeln des Wassers im Glas werden ebenfalls gleichzeitig beide Absperrhähne in die untere (45Grad) Betriebsstellung gebracht.

 

 

 

Das Auswechseln des Glases.

 

Ablaßhahn in die waagerechte Stellung bringen, die Kugelverschlüsse müssen wirksam werden.Beide Absperrhähne in die waagerechte Stellung bringen (siehe oben).Nacheinander die großen Überwurfmuttern unten und oben lösen. Oben wird der Dichtgummi mittels eines Schraubendrehers aus seinen Sitz nach unten gelöst und etwas am Glas nach unten geschoben.Jetzt hat das Glas nach oben Spielraum und kann so weit nach oben geschoben werden bis der Glasbund unten sichtbar wird, um dann das Glas seitlich nach vorn aus dem oberen Absperrhahn heraus zu heben.Jetzt werden die Gummidichtringe erneuert und in umgekehrter Reihenfolge wird das neue Glas wieder eingebaut.Zum Schluss wird der Schutzkorb angebracht.