Die Baureihe 52

 

 der DRG
 

war auch in Frankfurt (Oder) von 1943 bis 1992 beheimatet

  

 

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Vom Beschaffungsplan des Jahres 1939 blieben 3 Baureihen übrig: 44, 50 und 86, weil diese Baureihen für die Kriegsführung Bedeutung besaßen. Die eroberten Gebiete schufen der Eisenbahn Transportaufgaben, denen sie nicht gewachsen war. Die nicht geplante Bekanntschaft mit dem „russischen Winter“ 1941/1942 zeigte die Unbrauchbarkeit der eingesetzten Lokomotiven unter diesen extremen klimatischen Bedingungen (Frostschäden). Die 1941 von der Hitler-Wehrmacht gestellte Forderung nach sprunghafter Steigerung der Lokomotivproduktion konnte ohne einschneidende Veränderungen in Konstruktion und Fertigung nicht erfüllt werden.

 

Erste Einsparungen erbrachten bei den ÜK-Lokomotiven (Übergangs - Kriegsloks) etwa nur 10% und hatte nicht den erforderlichen hohen Ausstoß an Lokomotiven zur Folge.

 

Die Lokomotiven der BR 52 nehmen im Beschaffungsprogramm der DRG eine Sonderstellung ein. Diese Baureihe war weder im ersten Beschaffungsprogramm von 1924 noch im zweiten von 1934 und auch nicht im dritten von 1939 vorgesehen, doch schon am 12.09.1942 verließ die 52 001 die Werkhallen der Borsig-Lokomotivwerke in Berlin.

 

Von der BR 52 wurden in den knapp 4 Jahren vom Erscheinen der Vorrauslok bis Kriegsende mehr Einheiten beschafft als von allen anderen Einheitslokomotiven der DRG zusammen (Forderung der Wehrmacht 7 500 Lokomotiven). Obwohl die Einheitslok bei der Entwicklung der BR 52 Pate stand, zeigen die Kriegslokomotiven der Reihe 52 unverkennbar eigene und von denen der Einheitslok sehr verschiedene konstruktive Merkmale.

 

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Schnitt der BR 521

 

 

Es ist bekannt, dass die Entwicklung der Kriegslokomotiven der BR 52 tatsächlich kriegsbedingt erfolgen musste. Einsparungen an Material und Arbeitszeit mussten durchgesetzt werden, die BR 50 hatte z.B. 6000 Einzelteile, die BR 52 nur noch 5000, wovon 3000 gegenüber der BR 50 vereinfacht waren.

Die Materialeinsatzmenge  sank von 165 t bei der BR 50 auf 139 t (1943: 130t), an Arbeitszeit wurden je Maschine 6000 Stunden gespart.

  

Die Einsparungen an Buntmetallen (Cu, Sn) waren beachtlich, denn die Einsatzmasse sank von 2838 kg (BR 50) auf 150,3 kg. Ohne die Leistung der Lokomotive wesentlich zu beeinträchtigen.

 

Die Vereinfachung gegenüber der BR 50 war so umfangreich, das hier nur die wichtigsten genannt werden können:

1. Knorr Oberflächenvorwärmer entfiel
2. Speisepumpe entfiel, anstelle dessen eine zweite Dampfstrahlpumpe   ....angebaut
3. große Windleitblechen entfielen, statt dessen kleine Witte - Bleche ........angebaut
4. bei der Steuerung entfiel der Schieberkreuzkopf, der Voreilhebel wurde ....an einem Pendel angehängt
5. Barrenrahmen entfiel, nur noch Blechrahmen wurde verbaut
6. Radreifen wurden 10 mm schwächeer ausgeführt
7. Rauchkammer Zentral Veschluss entfiel

 

1108 Maschinen erhielten einen erweiterten Frostschutz:

- Sind äußerlich an der Schornsteinklappe zu erkennen gewesen
- Isolierung von Kessel und Tenderwasserkasten mit Glaswolle
- Isolierung der Luftpumpe
- Verlegung der Schmierleitungen unter der Kesselverkleidung


 

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Über die Nachkriegsbestände beider deutscher Bahnverwaltungen liegen nur stark voneinander abweichende Zahlenangaben vor. Der Bestand der DR wurde auf etwa 1 500 Maschinen geschätzt und dürfte damit doppelt so hoch wie der DB Bestand gewesen sein.

Die DB musterte ihre Maschinen aus. Bis 1953 waren noch über 700 Einheiten im Bestand, 1954 nur noch knapp 100.

Gegen Jahresmitte 1963 waren fast alle 52er von den Strecken der DB verschwunden. 

Weil der Bestand an Baureihen 44 und 50 zu gering war, konnte die DR nicht frühzeitig Ausmustern, sondern es wurden Maßnahmen entwickelt, die BR 52 über mehrere Erhaltungsabschnitte zu ermöglichen. 

Ab 1958 wurde die BR 52 einer Generalreparatur unterzogen, die das Ziel hatte, kriegsbedingte Vereinfachungen und Mängel zu beseitigen.

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Schnitt der 5280

 

 

Es wurden Passschrauben-Achslagerführungen durch eingeschweißte neue Achslagerführungen mit Stellkeilen ersetzt und eine Mischvorwärmeranlage Bauart IFS DR mit Kolben Verbundmischpumpe Bauart BBW, Typ VMP 15-20 eingebaut. Bei 50% der Maschinen Einbau neuer, verstärkter Kraus-Helmholtz-Lenkgestelle.

Insgesamt sind 200 Lokomotiven der BR 52 rekonstruiert und als 52 8001 bis 52 8200 eingeordnet worden.

Die Maschinen der BR 5280  waren in vielen Bahnbetriebswerken der DDR stationiert. Sie sind im ostsächsischen Raum (Hoyerswerda, Cottbus, Zittau, Bautzen) und in der Altmark (Salzwedel, Stendal) in Brandenburg Frankfurt (Oder), Eberswalde, Altenburg und Röblingen beheimatet gewesen und waren in relativ großer Anzahl 1981 noch im Dienst. 

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Es wurde rechnerisch und in der Praxis erwiesen, mit Giesl Flachejektoren konnte Kohle und Wasser eingespart werden, hatte sich aber in der Menge und den erforderlichen, mit hohen Kosten verbundenem Umbau nicht durchsetzen können und blieb so gesehen eine Ausnahme im Lokomotivbau der DR. 

Lokbestand BR 52 1943 im Bw Vbf:

 10 Maschinen

1944 zusätzlich 4 Maschinen. 

1960 befanden sich 51 Maschinen im Bw Vbf 

1970 47 Maschinen der BR 521 und 25 Maschinen der BR 5280  zusammen 72 Maschinen. 

Im Laufe des Übergangs auf die neue Dieseltraktion verringerte sich der Bestand 1987 auf noch 7 Maschinen und 1992 nur noch 5 Maschinen. 

 

Einige Leistungsdaten der BR 521

   

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Leistungsdaten der BR 5280

 

  

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