Der LVT
im Bw Frankfurt (Oder) Pbf 

Für den Personenzugdienst auf überwiegend Nebenbahnen wurden neue Triebwagen benötigt, so dass man mit dem Bau von Leichtverbrennungstriebwagen (LVT) begann. Die Baureihe 771 wurde noch mit Einfachsteuerung geliefert, ein gemeinsames Fahren von mehreren Triebwagen war nicht möglich Äußerlich wiesen diese LVT bis zur Ordnungsnummer 032 runde Eckfenster und eine Mittelscheibe an der Front auf.

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Danach folgten 3 Scheiben für die Front und Seitenfenster. Mit Bau der BR 772 (ex DR 172 / bis 1970 VT 2.09) erfolgte der Einbau einer Vielfachsteuerung, so dass mehrere Triebwagen gemeinsam gefahren werden konnten und in den Beiwagen ein dritter Führerstand das Umsetzen an den Endbahnhöfen erübrigte. Lediglich das Starten des Dieselmotors war nicht vom Beiwagen aus möglich.

Die rote Original-Farbgebung verhalf diesem Fahrzeug zu seinem Namen "Ferkeltaxe".

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Nach 1990 erfolgte teilweise noch eine Modernisierung, wobei die Führerstände eine Abtrennung zum Fahrgastraum erhielten. Der Regeleinsatz endete bei der DBAG 2004.

Das Baumuster 2, welches der VEB Waggonbau Bautzen auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1959 präsentierte, besaß schon einen 132-kW-Unterflur-Dieselmotor aus eigener DDR-Produktion vom Motorenwerk Johannisthal (Berlin).

Zur selben Zeit wurde im Elbewerk Roßlau ein Dieselmotor vom Typ 6KVD 18 SRW mit 132kW Leistung für die Rangierloks der Baureihe V 15 entwickelt, dieser befand sich seit 1959 in Fertigung für die V 15-Produktion im Werk Babelsberg. So erprobte man diesen Motor gleichzeitig in den Fahrzeugen der Nullserie (VT 2.09.003 bis VT 2.09.007). Insgesamt verlief die messtechnische Erprobung und die ab März 1959 mit den Fahrzeugen der Nullserie im Bw Haldensleben durchgeführte Betriebserprobung ohne größere Pannen.

Die anfänglichen Ausfälle durch das Elektroschaltgetriebe infolge von Mängeln an den Kontaktbürsten und der Lamellenkupplung wurden spätestens bei der 2. Serie durch eine umfassende Last- und Leerlauferprobung auf den Strecken Bautzen - Sebnitz - Bad Schandau durch den Waggonbau Bautzen in Zusammenarbeit mit den Zulieferfirmen behoben werden.

Nach dem gelungenen Einsatz des Motors 6KVD 18 bei der Nullserie erhielten auch die ab 1963 ausgelieferten VT 2.09.008 bis VT 2.09.070 diesen Motor, obwohl es kein reiner Untenflur-DM war, er konnte auch nicht horizontal liegend eingebaut, sondern nur seitlich angekippt werden. Zu diesem Zweck veränderte man die Aufhängung am Motor und gab ihm die Bezeichnung 6 KVD 18 SIHRW.

Diese aus der Not heraus geborene Maßnahme, den 6 KVD 18 SRW-Motor durch seine dafür günstig liegende tiefe Ölwanne auch seitlich gekippt einbauen zu können und damit aus dem stehenden einen halb liegenden Unterflur-DM zu machen, half der DR über 20 Jahre später aus einer großen Notlage bei der Instandhaltung der Schienenbusse. Bei der Serienproduktion sind innerhalb eines Jahres 63 Einheiten gebaut wurden. Die Kombination Trieb- und Beiwagen erforderte an den Endpunkten der Strecken jedoch immer noch das Umsetzen des Triebwagens. Im Jahre 1964 lieferte der Waggonbau Bautzen daraufhin die VT 2.09.101 und 102 sowie VS 2.07.101 und lieferte diese als Baumuster mit Steuerwagen aus. Die Umstellung auf die Dieseltraktion machte auch vor den Fahrzeugen für den Nebenbahndienst nicht halt. Im November 1963 trafen die ersten LVT mit 2.09.014 und 1.09.015 in FFO ein. Danach kamen die 016, 17, 032, 109, 110, 114.

 

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VT 2.09.016 vor der ersten Fahrt nach Erkner, hier dachte man, die Dampflokbaureihen im Personenzugdienst auf Hauptstrecken zügig ablösen zu können. Ging aber nicht, weil die Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h bald den schnellen D-Zugverkehr zwischen Frankfurt und Berlin beeinträchtigte. Letztendlich wurden sie auf den Strecken der ehemaligen Oderbruchbahn, zwischen Fürstenwalde und Beeskow, nach Kietz und Strausberg über Grunow-Beeskow-Königs-Wusterhausen eingesetzt und die BR 89 dort abgelöst.

 

In Frankfurt Pbf wurden auch Anstrengungen unternommen, Frauen für den Beruf Triebwagenführer auszubilden. 4 Frauen wurden mit Mühen vorbereitet, doch die anstrengenden Tätigkeiten konnten nicht überzeugen, so dass diese Aktion ein wohlgemeinter

Versuch war.

 

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172 013 in Beeskow 

 

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Der Führerstand

  

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172 015 in Beeskow

 

In der weiteren Beschaffung von Leichttriebwagen wurden im Forderungsprogramm alle noch vorhandenen Mängel und Schwachpunkte beachtet und abgestellt.

 

So erhielt die Serie VT 2.09.101 bis 2.09.116 eine Vielfachsteuerung und die Beiwagen wurden als Steuerwagen gebaut. Damit konnte das lästige "Kopfmachen" entfallen und Fahrten in Mehrfachtraktion waren nunmehr möglich. Die Serie VT2.09.201 bis 2.09.273, nunmehr im Waggonbau Görlitz gefertigt, musste mit einem neuen Motor bestückt werden, da die Produktion der 6 KVD 18 SRW im Werk Rosslau 1967 auslief. Die VT 2.09.2 erhielten einen für sie extra konstruierten 6 KVD 18/15-1 HRW Dieselmotor, welcher nun ein echter Unterflurmotor war.

 

Der VT 2.09. selbst war ein sehr instandhaltungsfreundliches Fahrzeug. Dafür musste er eine Reihe Bauarthänderungen über sich ergehen lassen.

  

Bestände der LVT in Frankfurt Pbf 1992: 

771 017, 022, 030, 032. 

772 003, 013, 014, 015, 101, 104, 115, 128, 131, 142.

  

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